Archiv des Autors: Markus Saurer

Über Markus Saurer

Selbständiger ökonomischer Berater

Stöckli Ski: Weko eröffnet Untersuchung gegen Wettbewerb

Stöckli

Kommentar

Im zweifelsfrei gegebenen Umfeld eines wirksamen Markenwettbewerbs auf Stufe Hersteller wie auf Stufe Händler ist niemand – ob Zwischenhändler online oder offline, ob Endkunde im Laden oder im Internet – auf Stöckli Ski angewiesen.

Unter diesen Umständen sind Stöcklis Abreden und Preisbindungen nichts anderes als kompetitive Verhaltensweisen. Ob sie richtig oder falsch sind, entscheidet der Markt.

Die Untersuchung ist also zunächst einmal reine Verschwendung von Ressourcen bei der Weko wie auch bei Stöckli. Aber nicht nur das: Es ist leider zu erwarten, dass Stöckli im Sinne der neuen „Elmex-Doktrin“ des Bundesgerichts [Gaba-Urteil (143 II 297 vgl. hier)] für seine kompetitiven Verhaltensweisen sogar gebüsst werden wird.

Es ist zu hoffen, dass Stöckli und weitere (aber bitte nicht zu viele) solche absurde „Fälle“ die Behörden auf den Pfad der wettbewerbsökonomischen Vernunft zurückführen werden.

 

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The EU’s Google Android antitrust decision falls prey to the nirvana fallacy — Truth on the Market

Today the European Commission launched its latest salvo against Google, issuing a decision in its three-year antitrust investigation into the company’s agreements for distribution of the Android mobile operating system. The massive fine levied by the Commission will dominate the headlines, but the underlying legal theory and proposed remedies are just as notable — and […]

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von | 20/07/2018 · 11:15

Zur Untersuchung gegen AMAG

Bekanntmachung AMAG der WEKO

Auszug aus der SDA-Meldung (aus BaZ vom 18. Juli 2018): „Die Amag selber ist sich keines Vergehens bewusst: Die Autoimporteurin habe bis heute keine konkreten Anhaltspunkte zu einem möglichen Verstoss, erklärte die Amag in einer Stellungnahme. «Es gab kein Kartell», sagte Amag-Direktionsmitglied Oliviero Milani, der für den Tessiner Markt zuständig ist. «Wenn wir in einem so umkämpften Markt die Preise aufblasen würden, würden wir schnell von der Konkurrenz überholt. Wir sehen einem Abschluss der Untersuchung mit Gelassenheit entgegen.»

Wie diverse Beiträge in diesem Blog zeigen (vgl. z.B. nur den letzten Beitrag von Daniel Emch),  gibt es für diese Gelassenheit keinen Grund. Falls der AMAG nachgewiesen werden kann, dass sie die Preise ihrer Vertragshändler koordiniert hat, wird sie nach der aktuell geltenden Praxis verurteilt und gebüsst – und zwar absolut unabhängig davon, ob sie „von der Konkurrenz überholt“ werden könnte oder auch nicht. Die aktuelle schweizerische Wettbewerbspolitik befasst sich nicht mehr mit der Frage der Wirkung einer Preisabrede.

Dabei wäre die Ökonomik in der Sache ebenso klar wie unbestritten: Preisbindungen zwischen Hersteller und Händlern in Bezug auf eine Marke (oder im Fall von AMAG: in Bezug auf die AMAG- bzw. VW-Marken) – intrabrand-Preisbindungen – sind in aller Regel prokompetitiv oder zumindest unschädlich, wenn wirksamer Wettbewerb dieser Marke (oder dieser Marken) zu den Marken anderer Hersteller – interbrand-Wettbewerb –  besteht.

Wir betreiben also aktuell eine Wettbewerbspolitik, die ihren eigentlichen Untersuchungsgegenstand, den wirksamen Wettbewerb, ausblendet. Aber vielleicht stellt ja AMAG eine Chance dar, diesen Fehler zu korrigieren.

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Hovenkamp: How to Build a Better Antitrust Policy

snip_20171219140802Zitate von Herbert Hovenkamp

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“Antitrust is only as good as the fact-finding powers of courts and our knowledge about economic theory.”

“To a certain extent, the anger of the progressive antitrust movement is pointed at very large businesses.”

“One of the things I advocate is that antitrust should give up on its quest for improving general welfare and instead focus solely on the welfare of consumers.”

Hören Sie Herbert Hovenkamp im Podcast oder lesen Sie das Transkript hier:

http://knowledge.wharton.upenn.edu/article/anti-trust/

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von | 19/12/2017 · 14:32

Richter pfuschen in Wettbewerb

Das Bundesgericht vollzieht mit seinem Elmex-Urteil faktisch das Teilkartellverbot. Die Wettbewerbsbehörden machen es sich zu leicht und schaden der Konkurrenz, die sie schützen müssten.

Lesen Sie hier weiter.
(Leitartikel von Markus Saurer in FuW, 26. August 2017)

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Fakten der internationalen Preis- und Leistungsdifferenzierung

Ist die Wurst in der Slowakei tatsächlich schlechter als in Deutschland? In vielen osteuropäischen Ländern kocht gerade die Wut hoch. Mehrere Lebensmitteltests dort haben ergeben, dass zahlreiche Produkte internationaler Hersteller unterschiedliche Rezepturen aufweisen. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

In der Slowakei untersuchte das Landwirtschaftsministerum 22 internationale Produkte. Ergebnis: Es gibt tatsächlich gewaltige Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Wurst enthielt demnach weniger Fleisch, dafür mehr Fett und Flüssigkeit als das Produkt derselben Marke, das für den westeuropäischen Markt bestimmt ist. In Ungarn fanden Prüfer heraus, dass Waffeln in Österreich bedeutend knuspriger sind und Nutella viel cremiger ist als im eigenen Land. In Prag ergab eine Studie, dass Pepsi in Tschechien mit Sirup gesüßt wird statt mit Zucker wie in Deutschland. Tschechische Sprite enthält das billigere Süßungsmittel Aspartam. In tschechischen Fischstäbchen von Iglo ist sieben Prozent weniger Fisch drin.

Aus „Stern“, Bekommen Osteuropäer Nutella, Cola und Co. nur als Billig-Variante?

Oder lesen Sie

Basler Zeitung, 28. Juli 2017, «Nutella»-Konflikt schwelt weiter – Osteuropa beklagt schlechtere Produkte – Brüssel will handeln

Das vermeintliche Problem ist ebenso Ergebnis des internationalen Preis- und Leistungswettbewerbs wie die schweizerische Hochpreisinsel. Trotzdem fühlen sich Politiker und Regulierungsbehörden berufen, etwas „dagegen“ zu tun. Gegen was denn – gegen Wettbewerb?

Am Schluss haben wir in Europa mittelmässige Preise, mittelmässige Qualitäten und enorme Effizienzverluste.

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Eingeordnet unter Effizienz, Preisdifferenzierung