Noch mehr zur Erheblichkeit

Das Gaba-Urteil des Bundesgerichts wird nach wie vor rege diskutiert. Birkhäuser und Reinert haben sich dazu eben sehr kritisch und Heinemann (ZSR I 2018, S. 103ff.) zustimmend geäussert.

An diesem Urteil mag sicher viel zu kritisieren sein. Die Bedeutung des Urteils für die Unternehmen scheint mir indes klar: Wettbewerbsabreden, welche von Artikel 5 Abs. 3 oder 4 KG erfasst werden (könnten), sind zu vermeiden, ausser es gäbe eine Erklärung für eine solche Abrede, welche das Gute und für die Allgemeinheit Nützliche aufzeigt und jedermann sogleich einleuchtet.

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Eingeordnet unter Erheblichkeit, Revision

Veranstaltung der Fachgruppe Wettbewerbsrecht

Donnerstag, 26. April 2018 in Bern

Gegenstand der Diskussion sind Fragen zur Umsetzung und zu den Folgen des Gaba-Urteils (BGE 143 II 297), Herausforderungen im Kartellverfahrensrecht sowie ein Ausblick auf mögliche Reformen des Kartellgesetzes

 

Mitgliedschaft im BAV ist für die Teilnahme nicht erforderlich.

Programm und Anmeldung

 

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Swiss Federal Administrative Court Brings Rules on Recommended Resale Prices in Line with EU Practice

Background

In December 2009, the Swiss Competition Commission (COMCO) sanctioned three producers of drugs for erectile dysfunction for issuing resale price recommendations. COMCO argued inter alia that the price recommendations amounted to unlawful concerted practices on resale prices because a large number of the pharmacies and doctors involved sold the products at the recommended prices.
COMCO also argued that the price recommendations of the three pharmaceutical companies (Bayer, Pfizer and Eli Lilly) resulted in the continuation of the price and margin levels of a former industry cartel that was prohibited by COMCO in June 2000.
A further element was that wholesalers and a company that offered data bases on pharmaceuticals products transmitted the recommended prices to the pharmacies and doctors. These companies were qualified as facilitators of the unlawful practices.
Many scholars criticised COMCO’s approach because it was in contrast to EU law where price recommendations are only unlawful if they amount to a minimum or fixed sale price as a result of pressure from, or incentives offered by, any of the parties involved. It also led to legal uncertainty as companies in Switzerland feared that the mere fact that a large part of the resellers adhered to the recommended prices could make the recommendations unlawful and subject to severe sanctions.

The decision of the FAC

The three producers, a pharmacy, two wholesalers and the company offering pharmaceutical data bases appealed against the decision. Already in 2013 the Federal Administrative Court (FAC) annulled COMCO’s decision with the reasoning that the Cartel Act is not applicable to the relevant market due to the restrictions contained in the regulatory framework and due to the fact that consumers that suffer from erectile dysfunction have feelings of shame which prevent them from comparing the prices offered by the pharmacies. However, the Supreme Court annulled this decisions and referred the case back to the FAC.
In its second decision on the same matter, the FAC has annulled COMCO’s decision once again. The FAC held:
  • The evidence brought forward by COMCO for the high rate of adherence was not robust enough.
  • The mere fact that a large number of pharmacies and doctors adhered to the price recommendations (without coercion or incentives) did not amount to a concerted practice in terms of Article 4(1) of the Cartel Act.
  • The price recommendations had the function of recommended maximum prices rather than minimum prices and that therefore no restriction of competition was established.
The judgment is to be welcomed as it brings Swiss law into line with international standards. Price recommendations are possible in Switzerland if the principles established under EU law are met.
The decisions are not final and binding yet as the Federal Department of Economic Affairs, Education and Research might appeal against the decisions before the Supreme Court.
Decisions of 19 December 2017: B-842/2015; B-843/2015; B-844/2015; B-845/2015; B-846/2015.
This blog post was first published on Thomson Reuters‘ Practical Law website. It is reproduced from Practical Law with the permission of the publishers. For further information visit http://www.practicallaw.com or call +44 (0)20 7542 6664.

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KMU-Schutz, der Robinson-Patman-Act und relative Marktbeherrschung

Am 12. Dezember 2017 wurde am Atelier de la Concurrence über Investitionsschutz im Kfz-Gewerbe diskutiert bzw. Vertreter des Autogewerbeverbandes monierten die (relative) Marktmacht der Hersteller bzw. von deren Generalimporteuren und einen damit einhergehenden ungenügenden Schutz ihrer markenspezifischen Investitionen. Es sei daher Zeit, dass die Schweizer Wettbewerbsbehörde interveniere, um den Tausenden von Kfz-Unternehmen in der Schweiz zu ermöglichen, im freien Wettbewerb zu bestehen und sie vor der Marktmacht ausländischer Hersteller und deren inländischen Importeuren zu schützen.

Aufrufe, die KMUs vor grossen Zulieferern oder Abnehmer zu schützen, gibt es viele. Sie sind nicht selten von Erfolg gekrönt. So gibt es in der Schweiz z.B. die KFZ-Bekanntmachung vom 29. Juni 2015, welche einen ebensolchen Schutz bezweckt (dem Kfz-Gewerbe aber offenbar nicht genügt). Dass man sich für seine Interessen einsetzt, ist selbstverständlich. Unverständlich wäre eher, wenn man es nicht tun würde. Ob solche Individual- oder Brancheninteressen aber deckungsgleich mit dem volkswirtschaftlichen Interesse sind, ist eine andere Frage.

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Eingeordnet unter Bekanntmachungen, Preisdifferenzierung, Regulierung, US-Antitrust

Hovenkamp: How to Build a Better Antitrust Policy

snip_20171219140802Zitate von Herbert Hovenkamp

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“Antitrust is only as good as the fact-finding powers of courts and our knowledge about economic theory.”

“To a certain extent, the anger of the progressive antitrust movement is pointed at very large businesses.”

“One of the things I advocate is that antitrust should give up on its quest for improving general welfare and instead focus solely on the welfare of consumers.”

Hören Sie Herbert Hovenkamp im Podcast oder lesen Sie das Transkript hier:

http://knowledge.wharton.upenn.edu/article/anti-trust/

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von | 19/12/2017 · 14:32

Die Zusammenschlusskontrolle ändern? Art. 9 Abs. 4 KG streichen?

Der Bundesrat will unter anderem eine Vernehmlassungsvorlage zur Modernisierung der Fusionskontrolle erarbeiten. Zu diesem Zweck hat er eine Studie erstellen lassen, welche Änderungsbedarf erklärt. In diesem Blog wurde bereits darauf hingewiesen, dass der vom Bundesrat gewünschte SIEC-Test zwar theoretisch korrekt ist und auch internationalen Gepflogenheiten entsprechen würde. Allerdings scheint diese Änderung der Zusammenschlusskontrolle nicht ein wirklich dringendes Anliegen.

Dieselbe Studie plädiert dafür, Art. 9 Abs. 4 KG zu streichen. Nach dieser Bestimmung muss einen Zusammenschluss auch melden, wer marktbeherrschend ist. Begründet wird der Streichungsvorschlag wie folgt (S. 54): „Ob Art. 9 Abs. 4 KG eine Erfolgsgeschichte ist, ist umstritten: Wie bereits in Abschnitt 3.2 erwähnt, hat die Vorschrift seit 1998 nur gerade in drei Fällen dazu geführt, dass eine vertiefte Prüfung eingeleitet wurde, was aus verfahrensökonomischer Sicht Zweifel an der Zweckmässigkeit einer generellen Meldepflicht für marktbeherrschende Unternehmen aufkommen lässt. (…) Gemäss Experten aus der Anwaltschaft können Unternehmen, die der Meldepflicht gemäss Art. 9 Abs. 4 KG unterliegen, zudem in Übernahmeverfahren erhebliche Nachteile erwachsen. So gehe der Zuschlag bei gleichwertigen Offerten tendenziell eher an Unternehmen, die keiner Meldepflicht unterliegen, da damit ein allenfalls langwieriges Prüfverfahren umgangen und das Risiko einer Untersagung der Transaktion ausgeschlossen werden können.

Legt diese Begründung nicht gerade das Gegenteil dessen nahe, was die Studie vorschlägt, nämlich Art. 9 Abs. 4 KG sicher nicht zu streichen? Weiterlesen

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Eingeordnet unter Fusionskontrolle, Regulierung