über dieses Blog

Ronald [Coase] said he had gotten tired of antitrust because when the prices went up the judges said it was monopoly, when the prices went down they said it was predatory pricing, and when they stayed the same they said it was tacit collusion.
I [Friedman] have gradually come to the conclusion that antitrust laws do far more harm than good.

Trotz dieser skeptischen Zitate hat das vorliegende Blog nicht zum Zweck, Stimmung gegen das Wettbewerbsrecht (Kartellgesetz) oder generell gegen eine Wettbewerbspolitik zu machen. Die Zitate bringen aber zum Ausdruck, dass der Rechtsetzung, der Rechtsprechung (Vollzug) und also generell der Wettbewerbspolitik mit Skepsis begegnet werden muss. Eine Wettbewerbspolitik, die nichts nützt, ist volkswirtschaftlich und gesellschaftlich nicht neutral, sondern schädlich. Es drohen Staatseingriffe, die aufgrund der Faktenlage und der Zielsetzung der Wettbewerbspolitik nicht gerechtfertigt sind (Regulierungsfehler 1. Ordnung) ebenso wie die Unterlassung von Eingriffen, wenn solche gerechtfertigt wären (Regulierungsfehler 2. Ordnung).

Wettbewerbsrecht und Wettbewerbspolitik sind sehr komplexe Materien, in welchen sich vor allem Anwälte und Ökonomen auskennen, die darin „ihr Brot verdienen“ – dies gilt gleichermassen für die Anwälte und ökonomischen Berater beklagter oder klagender Unternehmen wie für die Anwälte und Ökonomen der Wettbewerbsbehörden. Sie alle bilden eine informelle „Kartellgesetzgemeinschaft“ (Antitrust Community) – fast müsste man von einem Kartell der Wettbewerbsspezialisten sprechen -, die eher ein Interesse am Ausbau denn am Abbau wettbewerbsrechtlicher Interventionen und anderer wettbewerbspolitischer Massnahmen hat. Aus diesem Grund stellen Regulierungsfehler erster Ordnung in aller Regel die grössere Gefahr dar als solche zweiter Ordnung. Die Neigung, im Zweifelsfall regulierend in die Märkte einzugreifen, überwiegt die Neigung, im Zweifelsfall nicht einzugreifen.

Vor diesem Hintergrund erhoffen sich die nachfolgend aufgeführten Initiatoren eine kritische, offene und somit transparente Auseinandersetzung mit aktuellen juristischen und ökonomischen Problemen und Fragen des Zustands und der Weiterentwicklung des Wettbewerbsrechts und der Wettbewerbspolitik. Die Diskussionsplattform ist für alle Interessenten offen (auch als Autorinnen oder Autoren).

Daniel Emch, Peter Ehrsam, Adrian Raass, Markus Saurer