Aiolfi, NZZ: Interessanter Kommentar zu Markenartikeln

Geschröpfte Konsumenten

2 Kommentare

von | 09/08/2013 · 11:48

2 Antworten zu “Aiolfi, NZZ: Interessanter Kommentar zu Markenartikeln

  1. Sergio Aiolfi bekommt gerade noch die Kurve und stellt die „subjektiven Präferenzen“ und das „Privileg der Selbstbestimmung“ über die die Ratio des Preisüberwachers Meierhans und die der Ökonomen, die sich „ob eines derart irrationalen Verhaltens die Haare raufen“.
    Das ist doch ein wunderbarer Anlass mit „den Ökonomen“ abzurechnen! Deshalb meine erste Feststellung: Es gibt Ökonomen und Ökonomen. Die einen sind die theoretischen Ökonomen, die sich die Haare raufen, das andere sind die richtigen, die praktischen Ökonomen, die Kaufleute, die sich ob so eines Unsinns die Haare raufen, den die theoretischen Ökonomen von sich geben.
    Warum?
    Und hier die zweite Feststellung: Weil der praktische, der richtige Ökonom den theoretischen Ökonomen fragt: Warum nimmst Du mir die Butter vom Brot, warum lässt Du mich nicht Geld verdienen, warum wird denn meine Wertschöpfung (sie ist beim teuren Produkt auch in Form der Marge des Händlers höher als beim billigen) so heruntergemacht? Ich lebe doch davon! Wir leben doch in einem Hochlohn- und Hocheinkommensland, weil ich mit hohen Preisen mehr Geld verdienen kann als mit niedrigeren und auch höhere Löhne bezahlen kann. Wollen wir ein Niedriglohnland werden? Mit niedrigeren Preisen? Wollen wir den deutschen Weg in die Einkommensschere gehen, wo die einen wenigen an der Effizienz verdienen, in dem sie den anderen entlassen oder weniger bezahlen, die dann billig einkaufen gehen müssen? Wollen wir diesselbe Spirale nach unten?
    Deshalb: Bestens informierte, theoretische Ökonomen wären wichtiger als das Lamentieren über „bestens informierte Eltern“!

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  2. Markus Saurer

    Man kann die Präferenz für teure Markenartikel problemlos mit theoretischer Mainstreammikroökonomie erklären – und sie ist keineswegs irrational. Diese Produkte haben eine gute Reputation und sind von bekannter Qualität. Kunden mit hoher Zeitpräferenz bzw. mit hohen Opportunitätskosten sparen sich mit – in diesem Sinne nur scheinbar – teuren Markenartikeln viel Zeit im Form von Suchkosten nach vergleichbar guten Substituten. Und sie reduzieren mit Markenartikeln ihre Konsumrisiken. Die Haare raufen sich also nur schlecht ausgebildete Ökonomen…

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